BCBS 239 Vorprojekt

Ermittlung des Handlungsbedarfs gestartet

In den Jahren der Finanzkrise mussten Politik und Bankenaufsicht feststellen, dass die Banken nur unzureichende Kapazitäten zur Risikosteuerung aufwiesen. Dies betraf insbesondere die Aggregation und Berichterstattung von Risikodaten. Hierdurch entstanden weltweit ein massiver volkswirtschaftlicher Schaden sowie Gefahren für die Stabilität des Finanzsystems. Aufgrund dieser Erfahrung wurde im Frühjahr 2009 im Rahmen des G20-Gipfels und in Zusammenarbeit mit dem Financial Stability Board ein Maßnahmenplan zur Stabilisierung der Finanzmärkte entwickelt. Darauf aufbauend hat das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) im Januar 2013 mit „BCBS 239“ eine Richtlinie verfasst, um zukünftig eine nachhaltige Verbesserung der Risikosteuerung von Banken sicherzustellen. Zielgruppe dieser aufsichtsrechtlichen Anforderung sind primär die systemrelevanten Banken und lokalen Bankenaufsichten weltweit. Die Umsetzung von BCBS 239 erfolgt für die deutschen Banken durch den aufsichtsrechtlichen Rahmen der EZB bzw. der natio-nalen Aufsicht (BaFin/Deutsche Bundesbank).

Was heißt das für deutsche Banken?

BCBS 239 beinhaltet 14 einzelne Grundsätze. Die ersten elf sind direkt für Banken relevant, die letzten drei Grundsätze gelten für die nationale Bankenaufsicht. Die Vorgaben für Banken befassen sich mit Themen rund um Verantwortlichkeiten, Dateninfrastruktur und -qualität sowie den Prozessen der Risikodatenaggregation und der -berichterstattung.

Derzeit wird für die deutschen Banken diskutiert, ob die Anforderungen aus BCBS 239 in die MaRisk übernommen werden. Die MaRisk soll hierbei in 2016 durch eine Verordnung des Bundesministeriums für Finanzen umgesetzt werden. Gleichzeitig beginnt die Aufsicht mit ihrer Planung zu den ersten Prüfungen.

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Wie geht die dwpbank damit um?

Aufgrund der Einstufung als national systemrelevante Bank hat die dwpbank im Sommer 2015 das „BCBS 239 Vorprojekt“ gestartet, das sowohl die jeweilige Betroffenheit der dwpbank in den elf Grundsätzen prüft, als auch Lücken und die daraus resultierenden Maßnahmen ermittelt. Hierfür wurde ein vierstufiges und auf die dwpbank zugeschnittenes Vorgehen gewählt.

Die vier Phasen umfassen das Scoping, den Status Quo & Gap-Analyse, die Ableitung von Maßnahmen und Erstellung einer Roadmap. Auf Basis dieser Roadmap kann die dwpbank das weitere Vorgehen individuell planen und nahtlos in die Umsetzung zur Sicherstellung der Compliance übergehen.

Immer im Fokus stehen auch mögliche zukünftige Kundenanforderungen, die im Rahmen von BCBS 239 auf die dwpbank zusätzlich zukommen können. Die dwpbank steht jederzeit für einen engen Austausch zur Verfügung, um den Bedarf der Kunden angemessen zu berücksichtigen.

Mit BCBS 239 stehen der dwpbank positive Veränderungen und eine weitere Standardisierung der Wertschöpfung bevor. Wir werden über die konkrete Umsetzung der Anforderungen und den weiteren Fortschritt berichten.