Der Navigator

[Interview mit Dr. Heiko Beck]

Zu Jahresbeginn 2016 wurde das bisherige Vorstandsgremium bestehend aus Thomas Klanten und Dr. Christian Tonnesen erweitert. Als Vorstandsvorsitzender an der Spitze des Führungsteams der dwpbank steht nun Dr. Heiko Beck.

Seit einigen Wochen sind Sie Vorstandsvorsitzender bei der dwpbank. Zuvor waren Sie vier Jahren bei der Union Investment Real Estate. Was hat Sie zu diesem Branchenwechsel veranlasst?

Es kamen verschiedene Aspekte zusammen. Zum einen spricht mich die dwpbank als Unternehmen sehr an: Sie ist der nationale Marktführer in ihrem Segment und als verbundübergreifendes Unternehmen einzigartig. Die dwpbank ist zudem eine zentrale Plattform am Finanzplatz Deutschland mit vielen Schnittstellen zu anderen Marktteilnehmern. Sie ist der solide und verlässliche Partner ihrer Kunden und hat gezeigt, dass sie wesentliche Marktentwicklungen – wie etwa nach der Finanzkrise von 2008 – erfolgreich meistern kann.

Zum anderen bewegt sich die dwpbank mit ihrem Service- und Leistungsportfolio in einem Marktumfeld, in dem sich mittelfristig vieles ändern wird. Dies gilt für die Art der Services und Leistungserbringung sowie die Rolle der Marktteilnehmer in der Wertschöpfungskette. Es gilt, die Zukunft der Bank vor diesem Hintergrund zu gestalten. Ein richtiger Branchenwechsel ist es für mich im Übrigen nicht, da ich die meiste Zeit meines beruflichen Lebens im Kapitalmarkt- und Wertpapiergeschäft verbracht habe.

Worin sehen Sie die Ursachen für die Marktveränderungen?

Im Posttradebereich sind die wesentlichen Treiber Regulierung, Technologie, Globalisierung und das Niedrigzinsumfeld mit allen seinen Nebenwirkungen. Hieraus ergeben sich Chancen, aber auch Risiken, die es aktiv und konsequent zu managen gilt. Insbesondere Effektivität und Effizienz im eigenen Handeln werden für alle Marktteilnehmer in jedem Fall noch wichtiger und deshalb kommt es auch bei der dwpbank darauf an, dass „Richtige richtig“ zu machen. Sich in diesen Prozess einzubringen und die Bank zu positionieren reizt mich.

Welche Stärken bringen Sie selbst mit?

Ich fühle mich aufgrund meiner bisherigen beruflichen Stationen bei der Deutschen Börse, DekaBank, Commerzbank und zuletzt Union Investment auf die sicherlich anstehenden Herausforderungen gut vorbereitet. Mein Schwerpunkt lag dabei in den letzten Jahren auf der Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen, der dazu passenden Ausrichtung der Ablauf- und Aufbauorganisation sowie der Unternehmenssteuerung. Insofern bin ich überzeugt, dass ich mit meinen Erfahrungen und Kompetenzen zum künftigen Erfolg der dwpbank und damit auch zu dem Erfolg unserer Kunden beitragen kann.

Ende 2013 hat die dwpbank ihre Strategie angepasst und den Weg der Transformation eingeschlagen. Werden Sie diesen Weg beibehalten oder planen Sie eine Strategieänderung?

Wesentlicher Teil der Strategie der dwpbank ist die stringente Ausrichtung auf die Bedürfnisse bzw. Interessen ihrer Kunden und Anteilseigner.Dies ist für mich Teil der DNA der Bank seit ihrer Gründung, und die seit zwei Jahren laufende Transformation zahlt umfänglich auf diesen Leitgedanken ein.

Wichtig ist mir dabei eine hohe Umsetzungsorientierung, d. h. wir müssen die dwpbank an möglichst vielen Stellen für unsere Kunden positiv erlebbar machen, indem wir die versprochenen Services liefern. Nach vorne gerichtet wird es darauf ankommen, die hohe Stabilität und fachliche Kompetenz der dwpbank mit den sinnvollen bzw. notwendigen Veränderungen in der künftigen Ausgestaltung einzelner Services zu kombinieren. Als führender Dienstleister in unserem Segment muss es unser Anspruch sein, diesen Wandel aktiv und selbstbewusst zu gestalten.

In den von mir vorher erwähnten Veränderungen sehe ich vor allem Chancen für die dwpbank. Mit der laufenden Transformation werden die notwendigen Grundlagen geschaffen, um dem unverminderten Kostendruck, dem unsere Kunden auf absehbare Zeit noch ausgesetzt sind, entgegen zu wirken. Ich sehe es auch als meine persönliche Aufgabe an, die Bedürfnisse unserer Kunden bestmöglich zu verstehen und ihnen leistungsfähige, wirtschaftlich sinnvolle Angebote zu machen. Darauf wird mein Fokus liegen.

Wohin soll in Ihren Augen die Reise der dwpbank gehen? Wo sehen Sie die dwpbank mittelfristig?

Die dwpbank ist als „Bündeler“ von Services und Dienstleistungen für ihre Kunden gegründet worden. Dies mit dem Anspruch, dass die entsprechenden Leistungen hierdurch besser und günstiger erbracht werden können, als in Eigenerstellung durch den Kunden. Diese Logik besteht meines Erachtens unverändert. Die erwähnten Trends wie Regulierung oder Technologie verstärken das noch, da sie für die Häuser zusätzliche Aufwände bedeuten. Insofern werden wir gemeinsam mit unseren Kunden erarbeiten, in welchen Bereichen wir zusätzliche oder andere Services erbringen können. Wenn Sie mich nach meinem Bild der dwpbank in fünf Jahren fragen, dann sehe ich ein modern und effizient aufgestelltes Haus, das als nationaler Marktführer im Transaction Banking modernste Infrastrukturdienstleistungen für seine Kunden erbringt.

Als neuer Vorstandsvorsitzender werden Sie sicherlich mit vielen wichtigen Aufträgen konfrontiert. Welche Aufgabe ist die für Sie vordringlichste?

Mit Blick auf unsere Kunden möchte ich ein bestmögliches Verständnis für deren Bedürfnisse und Erwartungen gegenüber der dwpbank bekommen.

Wie haben Sie sich im Vorstand aufgestellt, um fit für die Zukunft zu sein?

Ich denke, wir haben eine klare Aufstellung: Dr. Christian Tonnesen wird als „Produktionschef“ unsere Services samt Produktentwicklung und deren Prozesse im Fokus haben. Thomas Klanten verantwortet als Finance and Risk Officer die Themen Controlling, Personal, Risk-Management und Change. Ich selbst sehe mich in der Rolle des „Navigators“, der deutlich macht, wofür die dwpbank steht und wo die Reise hingehen soll.

Zwar stehen Sie dem Dezernat für Kundenmanagement nicht direkt vor. Werden Sie sich aber dennoch um bestimmte Kundenangelegenheiten kümmern?

Der Grund für die Existenz der dwpbank liegt in der Leistungserbringung für unsere Kunden. Insofern ist jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter, also auch ich, dem Thema Kundenbetreuung verpflichtet. Das ist für mich gar keine Frage.

Was wünschen Sie sich persönlich in der Zusammenarbeit mit den Kunden der dwpbank?

Ich wünsche mir einen offenen und ergebnisorientierten Austausch, der von wechselseitiger Wertschätzung getragen wird. In diesem Sinne werde ich mich aktiv in den Dialog mit unseren Kunden einbringen.

Herr Dr. Beck, besten Dank für das Gespräch.

Dr. Heiko Beck startete seine berufliche Laufbahn bei der Deutschen Börse AG, wo er unter anderem die Rechtsabteilung leitete und Geschäftsführer der Frankfurter Wertpapierbörse war. Seit 2011 war Dr. Beck Mitglied der Geschäftsführung und Chief Operating Officer bei der Union Investment Real Estate GmbH mit Sitz in Hamburg. Hier verantwortete er auch die Themen Unternehmenssteuerung, Controlling/Rechnungswesen sowie IT/Organisation. Weitere leitende Stationen bei verschiedenen Kreditinstituten und Fondsanbietern runden sein verbundübergreifendes Profil ab. Dr. Beck bringt seine umfassende Geschäftserfahrung aus allen Banksektoren in seine neue Aufgabe bei der dwpbank ein.