dwpbank als systemrelevantes Institut

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat die dwpbank Ende 2013 als systemrelevantes Institut eingestuft und aufgefordert, entsprechend den gesetzlichen Vorgaben dieser Einstufung, einen Sanierungsplan zu erstellen. Für die Kunden der dwpbank bedeutet dies, dass die dwpbank als regulierter Mehrmandantendienstleister ihre Funktion als stabiler und zuverlässiger Outsourcing-Partner weiterhin stärkt.

Die Vorgaben für einen Sanierungsplan leiten sich aus dem Gesetz zur Abschirmung von Risiken und zur Planung der Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Finanzgruppen (Trennbankengesetz) ab. Ziel des Gesetzes ist, Kundeneinlagen zu schützen und potenzielle Fehlanreize aus der bisherigen staatlichen Rettung systemrelevanter Banken zu beseitigen. Eine Konkretisierung erfolgt durch die Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Sanierungsplänen.

Das Erstellen von Sanierungsplänen dient der Vorbereitung auf den Krisenfall und der Befassung mit vorbeugenden Maßnahmen, um eine Krise möglichst schnell und effektiv aus eigener Kraft überwinden zu können. Die Ausgestaltung des Sanierungsplans ist abhängig von Größe, Komplexität und Vernetzung des Kreditinstituts sowie von Art, Umfang und Komplexität des Geschäftsmodells und des damit einhergehenden Risikos.

Die Systemrelevanz der dwpbank ist insbesondere mit Blick auf Anforderungen, die an die Steuerung von Outsourcing-Beziehungen gestellt werden, von Bedeutung. Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement fordern die Vorbereitung des auslagernden Instituts auf eine Beendigung einer Auslagerung, um eine reibungslose Geschäftsfortführung zu sichern. Es sind auch für den Fall unbeabsichtigter oder unerwarteter Beendigungen von Auslagerungen Vorkehrungen zu treffen und Handlungsalter­nativen zu dokumentieren, die dem Institut bei einer erheblichen Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit durch die Beendigung einer wesentlichen Auslagerung zur Verfügung stehen. Hintergrund ist, dass die Institute sich gedanklich mit Ausweichlösungen beschäftigen sollen, um die Qualität von Aktivitäten und Prozessen zu gewährleisten und generell vorbereitet zu sein, um derartige Krisensituationen bewältigen zu können. Die dwpbank befasst sich im Rahmen der jährlichen Risikoanalyse ihrer eigenen Provider mit der Umsetzung dieser Anforderungen.

Abarbeitung der Feststellungen aus der Prüfung gemäß § 44 KWG im Plan

Die BaFin hatte Ende 2012 eine Sonderprüfung des Geschäftsbetriebs der dwpbank gemäß § 44 Abs. 1 KWG angeordnet und die Deutsche Bundesbank mit der Durchführung der Prüfung beauftragt. Die Prüfung betraf die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation hinsichtlich des Einsatzes der elektronischen Datenverarbeitung und betrachtete Regelungen, Prozesse und organisatorische Maßnahmen, die die dwpbank eingerichtet hat, um die gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen.

Die im Prüfungsbericht getroffenen Feststellungen werden im Rahmen eines Projekts abgearbeitet. Die dwpbank berichtet quartalsweise an die Aufsicht; inhaltsgleich werden die Kunden über das Revisionsportal informiert. Die zum Stichtag Ende März 2014 offenen Feststellungen werden plangemäß bis spätestens Ende des Jahres abgearbeitet. Alle Projekte sind inhaltlich und terminlich im Plan.

Weiterentwicklung SLA-Reporting als Element der Providersteuerung

Die Weiterentwicklung des SLA-Reportings wird seit 2011 in einem sektorübergreifenden Arbeitskreis vorangetrieben. Thematische Schwerpunkte waren die Überprüfung vorhandener sowie die Definition neuer Messpunkte und die Überarbeitung der Pönalensystematik. Der Arbeitskreis Mandantenvertrag hat in seiner letzten Sitzung die Empfehlungen des Unterarbeitskreises befürwortet und deren vertraglicher Umsetzung zugestimmt. Der Rollout erfolgt seit Ende Februar mit Wirkung ab Anfang 2014..
Detailinformationen sind im WPInformer zu finden in den Kategorien:

  • 0642 GBV aktuell – Servicevereinbarungen
  • 0643 GBV aktuell – BOSC Servicevereinbarungen
  • 6508 Providersteuerung

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