Erfolg durch Standard im Service

Qualitätssteigerung, Kostenoptimierung und Risikominimierung – das sind die maßgeblichen Ziele der dwpbank als standardgebender Infrastrukturdienstleister im Wertpapiergeschäft.

Ein wichtiger Schritt in der von der dwpbank angestoßenen Transformation ist es, die Leistungen der dwpbank zu vereinheitlichen, dadurch die Effizienz zu erhöhen und dabei die steigenden Anforderungen der Regulatorik und des Marktes zu berücksichtigen. Hierzu hat die dwpbank in enger Abstimmung mit den Kunden einen neuen Standard-Servicekatalog entwickelt.

Der Weg zum Servicekatalog

Mit der strukturierten Erfassung der bisherigen Services hat die dwpbank die Grundlage geschaffen, um die zukünftigen Services (Soll-Services) einheitlich zu definieren. Damit erhöht die dwpbank für ihre Kunden die Transparenz ihres Serviceangebots. Auch Optimierungspotenziale im Leistungsumfang sowie in den Prozessen wurden dabei ermittelt. Gleichzeitig kann die dwpbank besser einschätzen, welche Leistungen mit operationellen Risiken behaftet oder in der Erbringung sehr komplex sind. Einfacher bewerten lassen sich unter anderem auch die Services, die nach Einschätzung von Kunden und Markttrends künftig weniger nachgefragt werden oder die in hohem Maße kundenspezifisch sind.

Festlegung des Standards

Alle Leistungen, die für eine Vielzahl der Kunden einheitlich erbracht werden können, bilden das künftige Standard-Service-Portfolio der dwpbank. Darüber hinausgehende Services, die die dwpbank bisher für einzelne oder nur wenige Kunden erbringt, bieten bei ökonomischer Betrachtung nur begrenzt Synergieeffekte und steigern gleichzeitig die Komplexität sowie die Abwicklungsrisiken innerhalb des Service-Portfolios. Diese Services sollen künftig – jenseits des Bestandsschutzes für bestehende Leistungsbezüge – nicht mehr angeboten werden und insofern auch kein Bestandteil des Standard-Servicekatalogs sein.

Entwicklung des Standard-Servicekatalogs

Die dwpbank hat das Standard-Service-Portfolio zunächst Vertretern aus allen Kundengruppen auf der Managementebene und Senior-Experten sowie Verbandsvertretern vorgestellt. Diese Experten haben die Soll-Services fachlich hinsichtlich Vollständigkeit, Konsistenz und Plausibilität bewertet. Die daraus folgenden Empfehlungen hat die dwpbank geprüft und das Standard-Service-Portfolio weiterentwickelt. Die Ergebnisse werden in Form des Standard-Servicekatalogs veröffentlicht.

Struktur der Services

Das Standard-Service-Portfolio besteht zum größten Teil aus Services im sogenannten „Common Standard“. Die Services im Standard-Service-Portfolio können von allen Kunden, unabhängig von ihrem jeweiligen Geschäftsmodell, bezogen werden. Ergänzt werden sie um Services, die die Dienstleistung der dwpbank als Zwischenkommissionärin beinhalten sowie Services, die für das Mastermandanten-Modell angeboten werden.

Die Services des Standard-Service-Portfolios wurden in wertpapierfachliche Servicekategorien eingruppiert. Jeder Service hat genau eine Kernkomponente (KK), die die Grundleistung des Services beinhaltet. Er kann durch eine oder mehrere Zusatzkomponenten (ZK) erweitert werden. Diese ZK sind in aller Regel für Kunden optional wählbar oder bilden in Verbindung mit der KK einen vollständigen Service.

Die beschriebenen Leistungen eines Services differenzieren zusätzlich Bearbeitungskomplexitäten, wenn sich die Leistungserstellung in Abhängigkeit des konkreten Auftrags aufwandsseitig unterscheidet.

Leistungen, bei denen die dwpbank durch Nacharbeiten eine standardisierte Bearbeitbarkeit eines Auftrags ermöglicht, und ergänzende Leistungen, die für eine standardisierte Leistungserbringung nicht erforderlich sind, finden sich in sogenannten Nachbearbeitungskomponenten wieder.

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Wie geht es weiter?

Im nächsten Schritt liefert die dwpbank allen Kunden – beginnend im ersten Quartal – einen Abgleich ihrer heutigen WP2-Servicenutzung mit dem Standard-Servicekatalog. In unterschiedlichen Formaten (Einzel- bzw. Gruppentermine) wird sie mit allen Kunden die jeweilige individuelle Servicekonfiguration und hier vor allem den Umgang mit den Non-Standard-Komponenten erörtern und das künftige Ziel-Service-Portfolio – vorbehaltlich der Preisbildung und der konkreten Servicevereinbarungen – validieren und erarbeiten. Diese Festlegung der Soll-Servicekonfiguration ist die notwendige Kalkulationsbasis für das künftige Preismodell der dwpbank.

Neues Preismodell voraussichtlich ab 2017

Die Resultate der erfolgten Service-Konsolidierung und Kostenoptimierung bilden die Basis für das neue Preismodell, das die dwpbank derzeit konzipiert und im Verlauf des Jahres 2016 mit ihren Gremien und Anteilseignern abstimmen wird. Derzeit werden die maßgeblichen Strukturelemente sowie die Bündelung diverser Servicekomponenten zu Produkten (Produktschnitt) vorbereitet. Es ist geplant, dass die dwpbank ab dem vierten Quartal 2016 erste Vergleichsrechnungen zwischen dem bisherigen und dem künftigen Preismodell bereitstellen kann.

Vertragliche Anpassungen werden vorbereitet

Schließlich wird die dwpbank im Laufe des Jahres die Anpassung der vertraglichen Regelungen vorbereiten. Der Fokus wird im Wesentlichen auf den fachlichen Servicevereinbarungen, also auf den konkretisierenden Beschreibungen der Dienstleistungen, liegen. Zeitlich versetzt rückt dann das künftige Preismodell in den Mittelpunkt. Der juristische Rahmen des Geschäftsbesorgungsvertrags sowie sämtliche, bereits heute bekannten, nicht-fachlichen Anlagen (z. B. AGB, Notfallmanagement, TOM, Datenschutz etc.) bleiben demgegenüber unverändert. In Bezug auf die erforderlichen Abstimmungsprozesse mit den Kundeninstituten geht die dwpbank von einem überschaubaren Aufwand aus, zumal auch diese Aktivitäten von Kundengremien stellvertretend begleitet werden. Die angepassten Servicevereinbarungen werden – parallel mit dem dann zu veröffentlichenden Preismodell – voraussichtlich im Verlauf des Jahres 2017 in Kraft treten. Sie basieren übrigens auf den vor kurzem implementierten Standard-Servicevereinbarungen für die Depot- und Order-Services. Bei notwendigen technischen bzw. organisatorischen Anpassungen wird eine angemessene Transitionsphase gemeinsam vereinbart.