Erweiterung BOSC-US-Steuerservices durchgeführt

BOSC erweitert FATCA-Services um Anforderungen aus AEOI/CRS

Bereits seit 2010 gibt es den als „FATCA“ bekannten Teil eines US-Gesetzes, der wesentlich schärfere Regelungen für das US-Steuer-Reporting von ausländischen Finanzinstitutionen vorschreibt. Diese Regelungen dienen in erster Linie der Bekämpfung weltweiter Steuerhinterziehung durch Auslandsanlagen. Die USA gelten seither als Vorreiter in Sachen (steuerlicher) Datenaustausch mit anderen Ländern. Die dem Abkommen verpflichteten Länder beschlossen in der Folge, auch einen standardisierten Datenaustausch untereinander zu vereinbaren. Auf der G20 Sitzung in St. Petersburg im Sommer 2013 wurde die OECD beauftragt, einen entsprechenden Standard zu erstellen. Die OECD Arbeitsgruppe „AEOI“ (Arbeitsgruppe zur Erarbeitung der Prüfkriterien zum automatischen Informationsaustausch) entwarf schließlich in enger Kooperation mit der EU im Oktober 2014 den als „CRS“ abgekürzten „Common Reporting Standard“, der nach aktuellem Stand von den 97 Mitgliedsstaaten ab 2017 angewendet wird.

In Deutschland sind bereits seit dem 1. Januar 2016 die Banken verpflichtet nach den neuen Bestimmungen von AEOI/CRS zu handeln. Das bedeutet, dass die Banken bei einer Depot- oder einer Kontoeröffnung eines Neukunden den Steuerstatus im Ausland erfragen und in einer Selbstauskunft dokumentieren müssen. Nachdem der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bei den Sparkassen für eine zentrale Erfassung plädierte, hat die dwpbank ihre BOSC-Leistung US-SteuerService in den betroffenen Modulen 1b und 2 (FATCA Depot und FATCA Einlagenkonto) erweitert. Dabei hat sie die Prozesse in Abstimmung mit Sparkassen- und Verbandsvertreten an die Prozessempfehlungen des DSGV und damit an die Änderungen im OSPlus-Bankbasissystem der Finanz Informatik angepasst. Damit bietet die dwpbank in beiden Modulen nun standardmäßig die zentrale Erfassung der Selbstauskünfte an.

Neben den Verpflichtungen bei Konto- oder Depoteröffnungen sind bei Bestandskunden jährlich Überprüfungen für „Kunden mit hohem Wert“ bzw. bei Statusänderungen vorzunehmen. Die erforderlichen Anschreiben an die Kundenberater (inkl. Beraterbefragung) bzw. Endkunden (inkl. individualisierter Selbstauskunft) sowie die Überwachung des Rücklaufs übernimmt die dwpbank – nicht nur für die USA (FATCA), sondern zusätzlich auch für die Länder aus dem AEOI-Abkommen (2016 – Start mit ca. 50 Ländern, Erweiterung bis 2018 auf ca. 155 Länder). Dazu ist eine entsprechende Liste im definierten Format an die dwpbank zu senden.

Die dwpbank entwickelt ihre BOSC-Dienstleistungen im Kundeninteresse stetig weiter. Neben der Umsetzung rechtlicher Vorgaben, wie z. B. FATCA, stehen noch andere Punkte auf der Agenda. So plant die dwpbank im Rahmen ihrer Zukunftsstrategie mit den Projekten Digitalisierung und Auftragssteuerung die Prozesse auch für diese BOSC-Module zu verschlanken und dadurch Risiken zu verringern bzw. ganz auszuschließen.