Gebündelte Lösung zur Verhinderung von Marktmissbrauch

Die steigenden Anforderungen aus der Regulatorik betreffen auch die Vorbeugung und die Aufdeckung von Marktmissbrauch. Die regulatorische Anforderung aus der EU-Verordnung Nr. 596/2014 über Marktmissbrauch (MAR) und aus der EU-Richtlinie 2014/57/EU über strafrechtliche Sanktionen bei Marktmanipulation (MAD) ist ab dem 3. Juli 2016 anzuwenden. Neben den erweiterten Anforderungen an den Umgang mit Insiderinformationen werden Institute, die Wertpapierorders für ihre Kunden entgegennehmen, verpflichtet, wirksame Regelungen, Systeme und Verfahren zur Aufdeckung und Meldung von verdächtigen Aufträgen und Geschäften zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Hierzu sollen Systeme zum Einsatz kommen, die eine effektive Überwachung von Transaktionen ermöglichen und gegebenenfalls Warnhinweise erzeugen. Situationen, in denen es zum Marktmissbrauch kommt, können insbesondere dann eintreten, wenn Marktteilnehmer durch Geschäfte gezielte Kursmanipulation betreiben, um ungerechtfertigte Gewinne zu erzielen.

Vor diesem Hintergrund wurde die dwpbank vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) und der DZ BANK gebeten, eine zentrale Lösung für die Überwachung von Geschäften bereitzustellen. Auch haben weitere Kunden Interesse an einer Lösung der dwpbank bekundet. Daraufhin hat die dwpbank im letzten Jahr ein Projekt aufgesetzt, mit dem Ziel eine Lösung zu entwickeln, die die eigenen sowie die Kunden-Anforderungen erfüllt. Das Serviceangebot sieht vor, prüfungspflichtige Tatbestände über entsprechende Regelwerke systematisch zu analysieren und verdächtige Sachverhalte, sogenannte Alerts, zur weiteren Bearbeitung durch den Kunden in einem täglichen WPDynamic-Report auszuweisen. Dies geschieht auf Basis offener Orders, abgerechneter Orders, Derivateumsätze sowie einzelner, ausgewählter Markdaten. Die fachliche Konzeption ist abgeschlossen und die dwpbank befindet sich aktuell in der Implementierungsphase.

Darüber hinaus können Kunden Abrechnungsinformationen von Geschäften, die nicht in WP2 abgewickelt wurden, über eine standardisierte Schnittstelle anliefern. Diese Geschäfte werden ebenfalls über die Logiken der systematischen Analyse bei der Ermittlung prüfungspflichtiger Tatbestände berücksichtigt. Die konkrete Definition der Schnittstelle befindet sich derzeit noch in der Konzeption. Die fachlichen Abstimmungen und Qualitätssicherungen finden mit Kunden-, Verbands- und Rechenzentrumsvertretern statt. Die produktive Einführung der dwpbank-Lösung ist zum Release 4.34 am 25. Juni 2016 geplant.