Happy Hour der Notenbanken oder wie ich lernte, Aktien zu lieben

[Ein Kommentar von Robert Halver, Baader Bank]

Aktionäre erleben zurzeit eine Liquiditätshausse in Reinkultur. Und diese wird weitergehen. So gilt die designierte Fed-Chefin Janet Yellen als „Taube“, also als wirtschafts- und finanzmarktfreundlich. Auch die EZB sorgt mit ihrer geldpolitischen Keule für eine fortgesetzte Liquiditätsschwemme mit billigen Zinsen.

Die weltweit ultralockere Notenbankpolitik hellt auch die Weltwirtschaftsperspektiven 2014 auf.Früher sind ähnliche Liquiditätsblasen – siehe der Neue Markt oder die Immobilien­euphorie – durch Geldentzug und steigende Notenbankzinsen geborsten. Heute, in Zeiten anhaltender Schuldenkrisen, braucht sich aber kein Anleger wirklich Sorgen über ein Ende der geldpolitischen Krisenentschärfung zu machen.

Sicherlich sind die Aktienmärkte aufgrund der Liquiditätshausse nicht mehr billig. Jedoch hellt die weltweit ultralockere Notenbankpolitik auch die Weltwirtschaftsperspektiven 2014 auf. Mit konjunkturell steigenden Unternehmensgewinnen werden sich dann die hohen Aktienbewertungen wieder entspannen.

Zwischenzeitliche Konsolidierungen am Aktienmarkt müssen zwar einkalkuliert werden. Denn die Euro-Krise z. B. ist sicherlich nicht beendet. Allerdings gilt an den Finanzmärkten mittlerweile ein festes Glaubensbekenntnis: Wo die Not am größten, ist die Notenbank und damit die Liquiditätshausse am nächsten. Welcher Anleger will sich da noch mit Zinsanlagen zufrieden geben, deren Renditen von der Inflation aufgefressen werden? Aber einer muss die Zeche für die Euro-Rettung bezahlen. Aber das müssen ja nicht Sie sein!
Robert Halver ist bei der Baader Bank AG in Frankfurt als Leiter Kapitalmarktanalyse
für die Einschätzung der internationalen Anlageklassen zuständig.