Im Überblick: steuerliche Herausforderungen 2014/2015

Das Jahresende ist immer ein Moment der Bilanz, aber auch der Perspektive. Wir wagen einen Blick in beide Richtungen und fassen einerseits wichtige Themen zusammen und schauen andererseits auf wichtige steuerliche Herausforderungen, die uns 2015 beschäftigen werden.

In 2014 wurden viele Anforderungen bereits umgesetzt oder stehen kurz vor der Einführung:

Schenkungsteuer: Die elektronische Meldung von Depotüberträgen bzw. das Reporting von unentgeltlichen Depotüberträgen mit Gläubigerwechsel ab 2012 gegenüber der Finanzverwaltung zur Erhebung etwaiger Schenkungsteuern sowie der Überprüfung der Kapitalertragsteuer wurde eingeführt. Die produktive Umsetzung erfolgte erfolgreich nach mehrmaliger Verschiebung des Meldeverfahrens von Seiten des Gesetzgebers.

Quellensteuer Italien: Die Anpassung des QueSt-Satzes für bestimmte Wertpapiererträge und die damit verbundene steuerliche Ausgleichszahlung erfolgte auf die betroffenen Bestände per 01.07.2014.

AIFM-StAnpG: Die europäische AIFM-Richtlinie reguliert die Manager von alternativen Investmentfonds. Dazu wurden die Regelungen im Investmentgesetz aufgehoben und in das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) integriert. Zur Umsetzung waren umfangreiche Anpassungen der Steuergesetzgebung nötig, unter anderem die Einführung von Kapital- und Personeninvestitionsgesellschaften im Investmentsteuergesetz.

Kirchensteuer: Der automatisierte Kirchensteuerabzug wird ab 2015 nach erfolgtem Datenaustausch der Kreditinstitute mit dem BZSt (Bundeszentralamt für Steuern) durchgeführt. Die Abfrage der steuerrelevanten Merkmale und Umsetzung in der Steuerverarbeitung erfolgt für Teilnehmer mit Topfverwaltung in WP2 (AbgSt-Variante 3) durch die dwpbank.

In 2015 werden folgende Änderungen erwartet bzw. sind bereits geplant:

AEOI/CRS: Die OECD hat zusammen mit den G20-Staaten einen Vorschlag für den internationalen Austausch von Informationen zu Finanzkonten („Automatic Exchange of Financial Account Information“ – AEOI) erarbeitet. Vorrangiges Ziel der Teilnehmerstaaten ist es, die Besteuerung von Kapitalerträgen ihrer Steuerpflichtigen mit Auslandskonten effektiv sicherzustellen. Am 29. Oktober 2014 haben in Berlin Vertreter von 51 Staaten und Gebieten diese multilaterale Vereinbarung zum automatischen steuerlichen Informationsaustausch unterzeichnet. Die Umsetzung in nationales Recht muss noch erfolgen; die erste Meldung ist für 2017 mit den Informationen aus dem Jahr 2016 vorgesehen.

Finanztransaktionssteuer: Die für die zehn teilnehmenden EU-Länder geplante Transaktionssteuer befindet sich noch in Abstimmung in der sogenannten „Koalition der Willigen“.