KAS BANK und dwpbank gründen Joint Venture für europäische Wertpapierabwicklung im Retail-Bereich

Amsterdam/Frankfurt am Main, 27.09.2012

  • Die KAS BANK N.V. und die Deutsche WertpapierService Bank AG (dwpbank) haben eine langfristige Vereinbarung über eine strategische Partnerschaft in Europa unterzeichnet. Die Partner gründen ein 50/50-Joint-Venture zum Aufbau einer europäischen Wertpapierabwicklungsplattform für das Retail-Geschäft – mit den Niederlanden als Ausgangspunkt.
  • Durch die Schaffung einer spezialisierten Wertpapierabwicklungsplattform bieten die KAS BANK und die dwpbank eine Lösung für die fragmentierte und komplexe europäische Wertpapierinfrastruktur.
  • Die dwpbank gründet eine Niederlassung in Amsterdam. Mitarbeiter der KAS BANK werden diese Niederlassung ab 2015 unterstützen, gleichzeitig wird das Abwicklungsvolumen der KAS BANK auf die Plattform der dwpbank verlagert.
  • Die KAS BANK und die dwpbank werden ihre Wholesale-Dienstleistungspalette in Deutschland durch gegenseitige Ergänzungen in diesem Bereich ausbauen.

Europäische Partnerschaft

Die KAS BANK und die dwpbank werden eine Wertpapierabwicklungsplattform im Retail- Segment für den europäischen Finanzdienstleistungssektor einrichten. Entsprechende Verträge wurden von beiden Partnern unterzeichnet. Sie sehen die Gründung eines Joint Ventures zur Förderung der gemeinsamen Vertriebstätigkeiten der zu schaffenden paneuropäischen Wertpapierplattform vor. Das neue Unternehmen wird Ende des Jahres seine Geschäftstätigkeit aufnehmen und strebt in der Retail-Wertpapierabwicklung die Marktführerschaft in den Niederlanden bis 2018 an. Darauf aufbauend wird das Joint Venture sein Dienstleistungsangebot rund um die Wertpapierabwicklung in weiteren europäischen Märkten anbieten. Allein das Marktpotenzial für die Niederlande umfasst rund sechs Millionen Wertpapierdepots, die Dank dieser Lösung besser bedient werden können. Dies bedeutet gesteigerte Effizienz, sichergestellte Kontinuität, geringere Risiken sowie Kosteneinsparungen für die teilnehmenden Institute und den gesamten Markt.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird die dwpbank eine eigene Niederlassung in Amsterdam für die Wertpapierabwicklung gründen. Das dazu nötige technische Wissen mit den entsprechenden lokalen Marktkenntnissen in der Niederlassung wird durch den Übergang von ca. 150 Wertpapierspezialisten der KAS BANK erreicht. Die unterzeichneten Verträge sehen vor, dass die KAS BANK ihre Verarbeitungsvolumen und Dienstleistungen rund um die Wertpapierabwicklung in 2015 auf die dwpbank verlagert.

Diese Partnerschaft räumt der KAS BANK zudem die Möglichkeit ein, ihr Wachstum in Deutschland weiter auszubauen. Damit erhält die KAS BANK über die technische und strukturelle Unterstützung der dwpbank Zugang zum deutschen Markt und kann den institutionellen Kunden der dwpbank und den deutschen Finanzinstituten Wertpapierdienstleistungen im Wholesale-Bereich anbieten. Durch die Kombination ihrer jeweiligen Expertise sind beide Unternehmen in der Lage, eine erweiterte Palette an Wholesale- und Mehrwertprodukten anzubieten, die auf die institutionelle Kundenbasis in Deutschland zugeschnitten ist.

Europäische Infrastruktur

Die europäische Finanzwelt befindet sich in einem raschen Wandel und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen für die Wertpapierindustrie haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Mit der Einrichtung einer spezialisierten Wertpapierinfrastruktur für die Abwicklung im Retail- und Wholesale-Bereich für die Niederlande und Europa bieten dwpbank und

KAS BANK eine Lösung, die der zunehmenden Komplexität und den steigenden Kosten und Risiken des Marktes Rechnung trägt. Außerdem wird die Partnerschaft einen Impuls für die weitere Harmonisierung der Wertpapierabwicklung geben und generell Risiken in der Infrastruktur reduzieren.

Albert Röell, Vorstandsvorsitzender der KAS BANK, sagt hierzu: „Die KAS BANK und die dwpbank sind zwei Spezialisten im Retail- und Wholesale-Bankgeschäft, die beide eine neutrale Marktstellung inne haben und jeweils Infrastrukturen in ihren Inlandsmärkten bereitstellen. Ausschlaggebend für die Partnerschaft sind sich gegenseitig ergänzende Stärken und eine gemeinsame Vision für die europäische Harmonisierung der Wertpapierabwicklung. Vergleichbar zum Zahlungsverkehr wird die neue europäische Retail-Wertpapierplattform alle aktuellen und künftigen europäischen Wertpapiervorschriften umsetzen und dadurch die operativen Risiken und Kosten für Banken in ganz Europa verringern.“

Markus Walch, Vorstandsvorsitzender der dwpbank: „Die Partnerschaft wird die Position der dwpbank und der KAS BANK als zentralen Dreh- und Angelpunkt in der europäischen Wertpapierinfrastruktur festigen. Aufbauend auf der bereits bestehenden erfolgreichen IT- Plattform der dwpbank entsteht so gemeinsam eine europäische Infrastruktur für eine stärkere und effizientere Wertpapierabwicklung.“

Karl-Martin im Brahm, Vertriebsvorstand der dwpbank: „Unser Ziel lautet, das Joint Venture bis Ende 2018 als Marktführer in den Niederlanden zu etablieren. Die teilnehmenden Institute auf dieser neuen Plattform werden von erheblichen Kosteneinsparungen und einem deutlichen Rückgang ihres operativen Risikos profitieren.“

Sikko van Katwijk, Vorstandsmitglied der KAS BANK: „Nicht nur Privatkundenbanken, sondern auch Investmentfonds und die niederländischen Pensionskassen (PPI) sind bei der Wertpapierabwicklung mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Zunehmende staatliche Regulierung, komplexe Strukturen im Bereich der Backoffices sowie der Wunsch der Kunden nach modernen Anwendungen verlangen nach Investitionen. Das Joint Venture bietet allen Instituten in den Niederlanden die Möglichkeit, zukünftig eine Plattform zu nutzen, die bereits heute fast sechs Millionen Konten betreut. Neueste Technologien und aufsichtsrechtliche Anforderungen sind in dieses System der dwpbank integriert. Frankfurt und Amsterdam werden daher das Sprungbrett für diese wachsende europäische Plattform sein.“

Über die dwpbank:

Die Deutsche WertpapierService Bank AG (dwpbank) ist Marktführer in der deutschen Wertpapierabwicklung. Ihre Eigentümerstruktur setzt sich gleichberechtigt aus Instituten der genossenschaftlichen FinanzGruppe sowie aus der Sparkassen-Finanzgruppe zusammen.
Mit über 390 direkten Kunden und insgesamt mehr als 1.500 angeschlossenen Instituten nutzen gut drei Viertel aller Banken in Deutschland die Prozess- und Systemdienstleistungen rund um die Wertpapierabwicklung. Die Transaktionsbank betreut sektorübergreifend fast sechs Millionen Anlegerdepots. Sie bündelt das Wertpapiergeschäft in der genossenschaftlichen FinanzGruppe über die beiden Zentralbanken, erbringt bereits heute mehr als 80 Prozent der Dienstleistungen im Wertpapierservice für Sparkassen und Landesbanken und ist Partner in der Wertpapierabwicklung für über 30 Institute im Segment der Privat- und Geschäftsbanken.

Mit rund 250.000 verwalteten Usern – Anlageberater und Mitarbeiter in Kreditinstituten – ist die zentrale dwpbank-Abwicklungsplattform WP2 eine der größten IT-Anwendungen in der deutschen Bankenlandschaft.

Über die KAS BANK:

Die KAS BANK N.V. ist ein unabhängiger europäischer Spezialist für Wertpapierdienstleistungen sowie Risikocontrolling und Meldewesen für rund 500 Geschäftskunden aus dem Pensionsfonds- und Wertpapiersektor.
Die Bank verfolgt eine „Pure-Play“-Strategie als neutraler und unabhängiger Finanzdienstleister. Diese Strategie zeichnet sich durch ein möglichst geringes Risiko in den angebotenen Dienstleistungen aus, was sich in der Qualität ihrer Bilanz und einer Solvabilitätsquote deutlich oberhalb der Anforderungen von Basel III widerspiegelt. Dies wird bestätigt durch das Kurz- und Langfrist-Rating von Standard & Poor’s von A-2 bzw. A-.

Neben Verwahrfunktionen sowie Clearing und Settlement im Wertpapiergeschäft bietet die KAS BANK Leistungen im Umfeld von Compliance, Risikocontrolling und Managementinformationen. Durch dieses Outsourcingangebot von administrativen Aufgaben sind die Kunden der KAS BANK in der Lage, sich auf ihre jeweiligen Kernkompetenzen zu konzentrieren. Im Vordergrund stehen individuelle Lösungen und eine höchstmögliche Transparenz. Dabei greifen eine proaktive Herangehensweise, hoch entwickelte Informationssysteme und ein strenges Prozesscontrolling eng ineinander.

Die KAS BANK hat einen Marktanteil von ca. 30 Prozent am institutionellen Markt in den Niederlanden und betreut ein Verwahrvolumen von rund 300 Milliarden Euro. Insgesamt werden für unterschiedliche Finanzinstitute täglich rund 100.000 Transaktionen aus dem institutionellen Bereich verarbeitet. Dabei nutzt die KAS BANK ein internationales Netz von nahezu 100 angeschlossenen Banken, die weltweit für einen hohen Qualitätsstandard sorgen.

Die 1806 gegründete KAS BANK ist an der NYSE Euronext in Amsterdam gelistet und versteht sich als europäisches Institut mit einer starken internationalen Ausrichtung. Sie verfügt über Büros in Amsterdam, London und Wiesbaden und beschäftigt rund 750 Mitarbeiter aus mehr als 35 Nationen.

KAS BANK und dwpbank gründen Joint Venture für europäische Wertpapierabwicklung im Retail-Bereich
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