Mehr als man denkt

 „AbrechnungsService“ optimiert Prozesse von Kapitalmaßnahmen

Auf den ersten Blick ist nicht unbedingt sofort erkennbar, welchen wichtigen Schritt die dwpbank mit ihrem Release 4.33 in Richtung einer zukunftsweisenden WP2-Zielarchitektur gegangen ist. Sieht man genauer hin, wurde allerdings mehr als nur eine eigene WPDirect-Anwendung zur Abrechnung von Kapitalmaßnahmen implementiert.

Da die technischen Vorgänge rund um die Geldabrechnungen bei Kapitalmaßnahmen stark der Orderverarbeitung ähneln, hatte die dwpbank bisher folgerichtig hierfür die WP2-Anwendungen Ordermanagement und Orderabrechnung verwendet. Was zu Beginn noch gut funktionierte, wurde im Lauf der Zeit immer problematischer: Zum einen verlangten veränderte Marktgegebenheiten und spezielle Kundenanforderungen eine deutlich komplexere Orderverarbeitung, zum anderen erfordert gerade die Abwicklung von Kapitalmaßnahmen ein schlankes und hoch effektives System, um in kürzester Zeit mehrere zehntausend Orders für die Abrechnung zu generieren. Der Schlüssel zur Auflösung dieser Gegensätze liegt in einer Kombination aus Modularisierung und Dezentralisierung. So entstanden nach einer intensiven, zweijährigen Projektphase in der dwpbank zwei perfekt in die WP2-Zielarchitektur passende Bausteine. Diese bilden in einer ersten Ausbaustufe die Verarbeitung von Kapitalerhöhungen im Rahmen des „Verkaufs von Bezugsrechten mangels Weisung“ und des „Bezugs neuer Aktien“ ab.

 

Technik-Telegramm:

Weisungen der Kunden zu Kapitalerhöhungen werden in WP­Direct erfasst, dort aufbereitet und gespeichert. Am Stichtag werden uhrzeitgesteuert die Weisungen maschinell in Geschäftsvorfälle übersetzt und den Fachbereichen der dwpbank zur Bearbeitung und Kontrolle angezeigt. Unmittelbar nach Ausführungsanzeige der ­Lagerstelle werden per Knopfdruck die Geschäftsvorfälle mit den Ausführungsdaten versehen, an den AbrechnungsService übergeleitet und dort wie eine Handelsorder abgerechnet, gebucht, gemeldet und gespeichert.

Mehr als nur ein AbrechnungsService

Darüber hinaus bietet das vollkommen eigenständig entwickelte Kapitalmaßnahmen-Managementsystem auf der einen Seite ein Infosystem für alle Anwender zu den Geschäftsvorfällen und deren Verarbeitungsstatus. Gleichzeitig ist es auch ein Expertensystem zur Generierung und Bearbeitung von Abrechnungen aus dem Kapi­talmaßnahmenbereich – für Einzelfälle oder auch Sammeltransaktionen. Beides funktioniert mit ergonomischen Bedieneroberflächen in WPDirect. Das Modul wurde passgenau auf die speziellen Anforderungen von Kapitalmaßnahmen entwickelt. So schafft es die Grundvoraussetzung für eine gezielte Weiterentwicklung, wie zum Beispiel für die Abbildung der Eigenbestands­trennung. Die exzellente Performance bei gleichzeitig gesteigerter fachlicher Spezialisierung ist ein zusätzlicher Vorteil für noch mehr Produktionsstabilität. Die exklusive Zuordnung der Kapitalmaßnahmen zu einer eigenen Anwendung in WP2 unterstreicht die klare Prozessverantwortung und entlastet dadurch auch das Ordermanagementsystem.

Die ausgeführten und abrechnungsfertigen Geschäftsvorfälle vom neuen, universellen AbrechnungsService werden mit der gleichen Funk­tionalität und Nachverarbeitung wie Orders ­abgerechnet. Damit können nun erstmals die Abrechnung und Belieferung der Folgeprozesse unabhängig vom Ordersystem durchgeführt ­werden.

Die nächsten Schritte

Die nächsten Modularisierungs- und Automatisierungsschritte von Kapitalmaßnahmen in Richtung AbrechnungsService stehen bereits auf der Agenda der dwpbank. Die Stufe 2 im Fachgebiet Kapitalmaßnahmen überführt demnächst weitere Vorgänge wie „Rückkäufe“, „fällige Optionsscheine“, „Squeeze-Out“ und „Fusion gegen bar“ in die neuen Module. In weiteren Schritten werden dann auch andere Sachgebiete (wie z. B. Rückzahlungen oder Depotüberträge) eigene, spezialisierte Geschäftsvorfall-Managementsysteme entwickeln und den AbrechnungsService nutzen.

Stimmen aus dem Projekt:

Katja Iszczek
(Projektleitung Abrechnung):
„Im AbrechnungsService haben wir einen neuen Datenhaushalt mit mengenresistenten Prozessen verbunden. Dank der Verknüpfung mit den aktuellen Kunden- und Gattungsstammdaten können wir auf die Speicherung redundanter Daten verzichten und haben so für die Kunden immer die aktuellen Informationen im Zugriff.“

 

Marion Adelsbach
(Projektleitung Kapitalmaßnahmen):
„Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass die Benutzeroberfläche für unsere Kunden einen ­hohen Wiedererkennungswert besitzt und sowohl effizient als auch ergonomisch zu bedienen ist.“

Martina Harz
(Leitung Kunden Support Center):
„Da das neue Kapitalmaßnahmen-Managementsystem von unseren Kunden genutzt wird, war Vorbereitung alles. So konnten wir die aufkommenden ­Fragen ­gezielt beantworten.“

 

Martin Schleicher
(Leitung Kapitalmaßnahmen):
„Die ersten Einsatztage zeigten, dass der neue AbrechnungsService äußerst effizient ist. Die neuen Module sind logisch aufgebaut und dadurch einfach und effektiv zu bedienen. Außerdem senkt die erhöhte Automatisierung das Fehlerpotenzial noch weiter.“

Britta Wingen
(Testkoordination):
„Für einen Test in der Größenordnung des ­AbrechnungsService braucht man Tester mit guten Nerven. Schließlich soll das System beim Kunden problemlos laufen. Die Herausforderung war, in kurzer Zeit das System so aufzubauen, dass es funktional zu Kapitalmaßnahmen passt, gleichzeitig aber auch die historisch gewachsene ­Orderabrechnung einbezieht.“