Nach der Migration ist vor der Migration

Während die Sparkassen aus Rheinland-Pfalz sich in WP2 bereits „zu Hause fühlen“,  befinden sich die Sparkassen aus Baden-Württemberg noch mitten im Migrationsprojekt. Bereits im September vergangenen Jahres sind 24 Sparkassen aus Rheinland-Pfalz von ihrem damaligen Wertpapierabwicklungssystem auf WP2 der dwpbank gewechselt. transact!on führte mit Ernst-Josef Lehrer, Vorstandsmitglied der Sparkasse Koblenz sowie neues Mitglied des Beirats der dwpbank, ein Interview zu seinen bisherigen Erfahrungen mit der dwpbank und WP2.

transact!on: Herr Lehrer, nach der Migration der rheinland-pfälzischen Sparkassen hat Ihr Haus die Produktion auf WP2 aufgenommen. Verlief dies so, wie Sie und Ihre Mitarbeiter es erwartet hatten? Der Start fiel ja – nicht ganz unproblematisch – auf einen Quartalsultimo.

Ernst-Josef Lehrer: Die Produktionsaufnahme verlief ohne nennenswerte Probleme. Die An­wendungen standen rechtzeitig für Berater und Kunden zur Verfügung. Dies hatten wir aber aufgrund der sehr umfangreichen Migrations-Vorbereitungen mit verschiedenen Datenüberleitung-Tests, Schulungen und Programm-Administration im Vorfeld auch nicht anders erwartet.

transact!on: Wie waren die ersten Kundenreaktionen auf die Ankündigung zum Providerwechsel? Wie haben insbesondere die Online-Kunden nach der Umstellung auf die neue Systemwelt reagiert?

Lehrer: Unsere Kunden haben auf unsere Informationen zum Anwenderwechsel sehr gelassen reagiert; sie haben die Umstellung offenbar als rein technische Änderung wahrgenommen. Wir hatten im Vorfeld der Umstellung des Brokerage-Verfahrens auf die FI-Lösung Bedenken im Hinblick auf die Kundenzufriedenheit mit der neuen Anwendung. Tatsächlich haben uns auch hier keine negativen Rückmeldungen von Kunden erreicht.

transact!on: Sind die Berater mit den Funktionalitäten zufrieden? Welche Änderungen werden besonders positiv oder auch negativ bewertet?

Lehrer: Die Anwendungen der dwpbank sind seit Jahren in vielen Sparkassen und Banken im Einsatz und von daher in der Praxis erprobt. Die Erfassung der Wertpapieraufträge ist weitgehend selbsterklärend. Unsere Berater sind mit der neuen Anwendung und ihren Möglichkeiten durchaus zufrieden. Positiv bewerten wir die enge Verzahnung mit der FI (z.B. sind Kundenbriefe im Wertpapier-Beraterplatz abfragbar) und die übersichtliche Menüführung.

transact!on: Welche Unterschiede zur früheren Abwicklung bringen den größten Vorteil bzw. fallen am positivsten auf?

Lehrer: Positiv bewerten wir – neben Sachkosten-Einsparungen – auch bessere Prozesse in einzelnen Sachgebieten, z.B. den Versand der HV-Unterlagen durch die dwpbank und die Erfassung von Kapitalmaßnahmen direkt durch den Berater. Veränderungen, die geänderte Abläufe mit sich bringen, ergaben sich z.B. in der Verarbeitung von Überträgen gegen Zahlung, deren Erfassung im Altsystem einfacher vonstattenging.

transact!on: Gab es Momente im Migrationsprojekt, an denen Sie die Migrations­entscheidung in Frage gestellt hatten?

Lehrer: Nein. Auch wenn ein Migrations­projekt in dieser Größenordnung nie ganz problemlos verläuft – die Migration zur dwpbank ist strategisch richtig. An dieser Entscheidung haben wir zu keinem Zeitpunkt gezweifelt.

transact!on: Wie nehmen Sie als Vorstand Ihren neuen Dienstleister dwpbank wahr?

Lehrer: Wir haben die dwpbank als einen professionellen Dienstleister kennengelernt, der auch auf wichtige hausindividuelle Fragestellungen schnell und flexibel reagiert und gemeinsam mit der Sparkasse Lösungen erarbeitet.

transact!on: Wie bewerten Sie die Möglichkeit, durch Ihre Rolle als Beiratsmitglied Einfluss auf die Entwicklung zu nehmen?

Lehrer: Es ist sicherlich hilfreich, in die Überlegungen eingebunden zu sein und die Sparkassenmeinung und -überlegungen mit in die Diskussion einbringen zu können.

transact!on: Vielen Dank für Ihre Zeit.

Der Wechsel der rheinland-pfälzischen Sparkassen erfolgte nahezu reibungslos. Jetzt ist Baden-Württemberg an der Reihe. In den vergangenen Wochen haben sich die 50 Sparkassen aus Baden-Württemberg intensiv mit der Hinterlegung von Konditionen und Institutsparametern beschäftigt, welche in den aktuell noch andauernden Lauftagetests überprüft werden. In den nächsten Monaten werden die für den Produktionsbetrieb notwendigen Schulungen für Berater und Backoffice-Mitarbeiter durchgeführt. Die dwpbank freut sich, ab dem 13. Oktober rund 300.000 weitere Wertpapierdepots über das WP2-System verwalten zu dürfen.