Ruhende Bestände – bewegte Entwicklungen

dwpbank entwickelt Erträgeverarbeitung weiter

Wertpapiere, die in Kundendepots liegen, werden im Fachjargon gerne als ruhende Bestände bezeichnet und zumindest aus Sicht eines Börsenmaklers bewegt sich bei diesen Papieren auch nichts. Jede Menge Fürsorge benötigen diese Wertpapiere jedoch bei der Bestandsbetreuung. Finanzinnovationen, Steueranpassungen oder internationale Vereinbarungen – der Markt ist in ständiger Bewegung und verlangt viel Flexibilität und Veränderungsbereitschaft bei der Wertpapierverwaltung. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Bereich, der sich mit Erträgen und Quellensteuern befasst, einer der größten der dwpbank ist.

Seit 2010 arbeiten die Spezialisten aus diesem Fachbereich und der IT kontinuierlich an der strategischen Weiterentwicklung der Verarbeitung von Erträgen und Kapitalrückzahlungen. Neben den notwendigen Anpassungen an Markt und Regulatorik steht bei der dwpbank als klares Ziel die Steigerung einer qualitätsorientierten Automatisierung im Fokus. Bisher von der dwpbank erreichte Optimierungen sind die automatische SWIFT-Verarbeitung, ein Termindatenabgleich zwischen WM- und Lagerstelleninformationen, Simulationen zur Darstellung des Devisenkonvertierungsbedarfs und die Umstellung der Buchungslogik für Ertragszahlungen (über Letzteres berichteten wir in Ausgabe 02/2014 der transact!on).

Mit dem beim Release im Februar 2015 eingeführten selektiven Gattungsanstoß wurde jetzt ein weiterer Meilenstein erreicht, mit dem sich der Kreis der vorangegangenen Optimierungen im Fachgebiet der Ertragszahlungen vorerst schließt. Der selektive Gattungsanstoß berücksichtigt, dass in einer einzelnen Wertpapiergattung bestandstrennende Merkmale unterschiedliche Erträgnisabrechnungen erfordern und einzeln angestoßen werden müssen. Als Paradebeispiele dafür gelten in den USA und Kanada lagernde Wertpapiere aus einer Emission, die einerseits in US-, andererseits in Kanadischen Dollar abgerechnet werden müssen, obwohl der Emittent nur eine einzige Erträgnisausschüttung leistet. Da die Gelder über unterschiedliche Lagerstellen und Währungen an die Endkunden weitergereicht werden, ist eine geteilte Verarbeitung in den Systemen der dwpbank nötig. Diese Trennung wurde bisher mit hohem manuellen Aufwand über die Sperrung von Beständen dargestellt. Der selektive Gattungsanstoß ermöglicht den Kunden der dwpbank jetzt erstmals selbst, mittels Parametern für Fremdlagerstellen, die Modalitäten der Erträgnisabrechnungen zu beeinflussen. Weniger Stornierungen und Neuabrechnungen sowie zuverlässigere Aussagen zu den wirklichen Liquiditätszuflüssen aus den Simulationen sind positive Effekte dieser Optimierung.

Wer jetzt meint, man könnte die Bestände wieder in Frieden ruhen lassen, der täuscht sich. Die Verarbeitung von Kapitalrückzahlungen muss ebenfalls weiterentwickelt werden. Auch für dieses Fachgebiet soll noch 2015 eine Wertpapiergattung selektiv angestoßen werden können. Die weitere strategische Optimierung sieht danach hier ebenfalls eine Anpassung der Buchungslogik vor. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.