Transformation, Transaktionen, Transparenz

In den vergangenen vier Monaten hat sich einiges bei der dwpbank getan. Der Fokus liegt nun auf der adjustierten strategischen Ausrichtung und dem damit verbundenen Transformationsprozess. Der Vorstand beantwortet Fragen zu dieser Entwicklung in einem Interview.

Die dwpbank hat einen „Transformationsprozess“ eingeleitet. Was versteckt sich dahinter?

Thomas Klanten: „Verstecken“ möchten wir gar nichts. Unser Anliegen ist es, für unsere Kunden transparent zu sein. Wir wollen uns als Dienstleister für den Wertpapierservice noch stärker auf Bündelung und Qualität in der Wertpapierabwicklung konzentrieren. Darin sehen wir nach wie vor unsere Kernkompetenz. Dabei wollen wir einerseits unsere ausgeprägte regulatorische Expertise einbringen und zum anderen Effizienzvorteile für unsere Kunden durch Skaleneffekte generieren. Die erzielen wir vor allem dann, wenn wir unsere Prozesse und Leistungsangebote standardisieren. Diese Standardisierung steht im Zentrum unseres Transformationsprozesses.

Dr. Christian Tonnesen: Unser Ziel ist außerdem die weitere Automatisierung sowie der Abbau von Komplexität. Für unsere Kunden sind damit erhebliche Vorteile verbunden. Denn dies bedeutet auch verbesserte, transparente, effiziente und vor allem auch weniger risikobehaftete Prozesse.

Warum wurde die Transformation gerade Ende 2013 begonnen?

Thomas Klanten: Weil sie sinnvoll und im Sinne unserer Kunden ist. Und weil die dwpbank nach der Vereinheitlichung ihrer IT-Systeme und umfangreichen Kundenmigrationen nun konsequent den nächsten Schritt gehen muss. Der Migrationstrend war stark, denn Outsourcing ist einfach eine gute Möglichkeit, um Synergien aus Economy of Scale, Scope und Operational Risk zu heben. Und so haben wir seit Bestehen der dwpbank gebündelt, indem wir WP2 zur allei-nigen IT-Abwicklungsplattform für unsere Kunden gemacht und zahlreiche Institute zur dwpbank migriert haben. Nun heißt es, Prozesse und Leistungen weiter zu vereinheitlichen und zu automatisieren. Schließlich möchten wir, wie eingangs schon erwähnt, die Effizienz­gewinne aus der Bündelung durch zusätzliche Skaleneffekte potenzieren.

Dr. Christian Tonnesen: Die langfristigen Trends am Wertpapiermarkt unterstützen diese Fokussierung. Die Transaktionszahlen bewegen sich auf niedrigem Niveau, eine umfassende Erholung ist derzeit nicht in Sicht. Unsere Kunden können von uns als Dienstleister erwarten, dass wir in dieser Situation alles tun, um so effizient wie möglich abzuwickeln und natürlich auch, um die Kosten für die Umsetzung all der Regularien durch unsere Bündelungsfunktion angemessen zu halten. Diesem Leistungsversprechen an unsere Kunden und an unsere Eigentümer stellen wir uns.

Sie sprechen ja von einer Standardisierung der Dienstleistungen der dwpbank. Bedeutet das weniger Leistung für die Kunden?

Dr. Christian Tonnesen: Ganz im Gegenteil. Wir werden durch Automatisierung und Standardisierung in der Lage sein, mehr Wertschöpfung zu generieren. Unsere Kunden werden in Summe prozesssichere und damit weniger fehleranfällige Leistungen und Services erhalten.

Thomas Klanten: Unsere Kunden werden eingehend in diesen Prozess eingebunden. Wichtige Ansprechpartner für uns sind zunächst der Beirat und dann der Projekt- und Wholesale-Ausschuss. Anschließend werden alle wichtigen Themen und Anpassungen in den Arbeitskreisen und im direkten Dialog auf operativer Ebene diskutiert und entwickelt.

Die dwpbank fokussiert sich auf ihre Verbund­orientierung, warum?

Thomas Klanten: Das ist keine neue Entwicklung. Wir stärken vielmehr eine alte Tugend. Die genossenschaftliche FinanzGruppe und die Sparkassen-Finanzgruppe sind tragende Säulen der deutschen Kreditwirtschaft. Das spiegelt sich auch in unserer Eigentümerstruktur wider. Und natürlich sind wir unseren Eigentümern verpflichtet und verstehen uns als deren zentraler Dienstleister. Wir haben den Transformationsprozess der dwpbank gemeinsam mit unseren Anteilseignern aus den Verbünden entwickelt und wissen sie als starke Partner an unserer Seite. Zielbild und Transformationsprozess richten sich an alle unsere Kunden.

Dr. Christian Tonnesen: Wir wollen weiterhin für unsere Kunden aus dem Privat- und Geschäftsbankensektor als Dienstleister zur Verfügung stehen. Mittelfristig streben wir auch an, weitere, neue Großkunden im Inland zu gewinnen, die wir von unserem Servicegedanken überzeugen werden. Der Transformationsprozess der dwpbank ist eine kontinuierliche und längerfristige Entwicklung. Einen großen Knall, der alles ändert, wird es nicht geben. Die dwpbank strebt an, diesen Prozess gemeinsam mit ihren Kunden Schritt für Schritt zu entwickeln, um für alle Beteiligten Vorteile zu schaffen.