Quelle: picture alliance / Michael Probst
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Von Null auf Börsengang in 10 Tagen

ca. 4 Minuten

Am Ende musste alles ganz schnell gehen. Gerüchte über den Börsengang der Porsche AG gab es schon seit Monaten, aber erst Anfang September machte der Mutterkonzern Volkswagen seine Absicht verbindlich bekannt. Mitte des Monats – nur knapp zwei Wochen vor dem Börsengang – wussten Torsten Hobinder und sein Team aus der Abteilung „Börslicher und außerbörslicher Handel“, dass bis zum 29. September alles über die Bühne gebracht sein müsste. Ihre Aufgabe: Verarbeitung der Zeichnungsanträge von rund 400 Kundeninstituten, Übermittlung an die verantwortlichen Konsortialbanken und reibungslose Verbuchung der zugeteilten Porsche-Aktien in den Anlegerdepots.

Auch für unsere Spezialisten am Standort Düsseldorf ist ein IPO in dieser Größenordnung kein alltäglicher Auftrag. Denn ein IPO („Initial Public Offering“) wird in der Regel von einem Bankenkonsortium organisiert, das im Auftrag des Emittenten die Zuteilungen der Aktien unter sich und seinen Kunden ausmacht. Andere Institute gehen dabei oft leer aus. Die Porsche-Emission richtete sich dagegen an einen breiteren Kreis von Privatanlegern.

Jeder Börsengang ist individuell und bringt neue Herausforderungen für die dwpbank mit sich.

Reibungsloser Ablauf gefordert

Torsten Hobinder und sein Team mussten gemeinsam mit dem IT-Bereich und der Serviceline den reibungslosen Ablauf vom Zeichnungsauftrag bis zur Zuteilung der Stücke gewährleisten. Dafür wurde zunächst der Datenaustausch mit dem Konsortium und den Kundeninstituten organisiert. „Anleger der beteiligten Kundeninstitute konnten die Zeichnungsorder dann einfach über ihren Berater oder direkt im Home-Banking aufgeben“, sagt Ivonne Koch, Spezialistin im Team „Börslicher & außerbörslicher Handel. „Wir haben diese Orderaufträge gesammelt und an die verantwortlichen Konsortialbanken weitergeleitet.“

Jeder Börsengang ist individuell und bringt neue Herausforderungen mit sich, das zeigte sich auch bei Porsche. Die ungewöhnliche Aufspaltung der Daten an zwei Konsortialbanken erforderte die Einrichtung einer neuen technischen Schnittstelle. „Normalerweise geben wir alle Daten gebündelt an eine Konsortialbank, das war hier anders. Die korrekte Datenübermittelung mussten wir in diesem Fall daher erst einmal durch Anpassungen an unseren Systemen sicherstellen.“

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Mehr als vier Millionen Aktien Zeichnungen von fast 25.000 Anlegern

Insgesamt haben wir als Handelspartner des Konsortiums in zwei Wochen 25.000 private und institutionelle Orders für deutlich mehr als vier Millionen Porsche-Aktien verarbeitet. Bei der Zeichnung konnten Anlegerinnen und Anleger ein Preislimit setzen, also angeben, wie viel sie für eine Aktie zu zahlen bereit waren. Neben der häufigsten Angabe „billigst“ waren auch viele Privatanleger unserer Kundeninstitute bereit, am oberen Rand der Bookbuilding-Spanne von 82,50 Euro je Aktie zu ordern – was für die Attraktivität des Angebots spricht.

Schon früh hatte sich angedeutet, dass die Porsche-Emission vielfach überzeichnet sein würde. Anleger konnten also nicht erwarten, dass ihre Zuteilungswünsche vollständig erfüllt werden. „Wie viele Aktien die Anleger zu welchem Preis erhalten, entscheiden am Ende der Zeichnungsfrist die Konsortialbanken gemeinsam mit dem an die Börse gehenden Unternehmen“, so Hobinder.

Nur 45 Minuten bis zur pünktlichen Zuteilung

Nachdem die Konsortialbanken und Porsche sich über die Zuteilungsmodalitäten geeinigt hatten, lagen die vollständigen Informationen am 29. September um 8:15 Uhr vor. Dem Team um Torsten Hobinder blieb damit weniger als eine Stunde, um die zugeteilten Stücke bis zur Börseneröffnung pünktlich in den jeweiligen Kundendepots zuzuteilen. „Punkt neun Uhr mussten die Anleger über ihre Porsche-Aktien verfügen. Denn es gibt immer Investoren, die die Aktien dann direkt weiterverkaufen möchten“, erklärt Alexander Hox, Spezialist im Team „Börslicher & außerbörslicher Handel“.

Auch diesen Schritt konnte das Spezialisten-Team erfolgreich abschließen. Die 35 Mitar­beiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung verantworten den kompletten Kommissions­handel der dwpbank, darunter Börsenhandel, Fondshandel und außerbörslicher Direkthandel sowie die Emission von mehreren tausend Anleihen und Zertifikaten jährlich. Und nicht zuletzt die fachliche Betreuung und Pflege der wachsenden Reihe an Sparplanprodukten.

Auch künftig werden Torsten Hobinder, Alexander Hox, Ivonne Koch sowie die weiteren Düsseldorfer Kolleginnen und Kollegen bereitstehen, wenn es wieder heißt: Börsengang in 10 Tagen.

Zu den Personen

Torsten Hobinder leitet seit 2015 die Abteilung „Börslicher & außerbörslicher Handel“ der dwpbank. Ivonne Koch und Alexander Hox sind im Team als Spezialisten für den außerbörslichen Handel tätig.

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