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Einblicke geben, wo ein echter Mehrwert durch Tokens entstehen kann

ca. 6 Minuten

Auf dem Fußballplatz hat Eintracht Frankfurt in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Die vorläufige Krönung: Der Gewinn der Europa League 2021. Auch abseits des Platzes zeigt sich der Bundesligist fortschrittlich – allen voran im Bereich der Digitalisierung. Mit der Tochtergesellschaft EintrachtTech entwickelt die SGE neue digitale Geschäftsmodelle und ist Early Adopter bei Technologien wie „Grab-and-Go“.

Am 29. September lädt die Eintracht nun zum Thema Blockchain in den Deutsche Bank Park. Die Veranstalter um EintrachtTech-CEO Timm Jäger wollen verschiedene Branchen zusammenbringen, um über Chancen und Risiken der neuen Technologie zu sprechen. Für die dwpbank wird Raik Hering, Bereichsleiter Verwahr- und Geldservice, über die künftigen Anforderungen der Tokenisierung an Deutschlands Finanzinfrastruktur sprechen.

Im Interview erklärt Timm Jäger die Idee zur Premiere von „Block im Park“, seine Erwartungen an das Format und die Erfahrungen, die die Eintracht bereits mit Tokenisierung gesammelt hat.

Blockchain-Fachkonferenz Block im Park 2022
Am 29. September 2022 findet die Blockchain-Fachkonferenz Block im Park 2022 zum ersten Mal statt.

Herr Jäger, Sie veranstalten am 29. September erstmals eine Fachkonferenz namens „Block im Park“. Was genau passiert da?

Wir haben ein sehr spannendes Programm mit einer sehr heterogenen Zusammenstellung von Themen und Referenten. Einige davon beschäftigen sich mit dem institutionellen Handel von digitalen Währungen und Assets sowie den dafür notwendigen Voraussetzungen seitens Infrastruktur und nachhaltiger Wertschöpfung. Bei anderen geht es um konkrete Anwendungen in unterschiedlichen Branchen – sei es Immobilien, Musik, Kunst oder Sport. Die Referenten werden bei Block im Park Einblicke geben, wo in unserem Alltag ein echter Mehrwert durch Tokens entstehen kann. Neben europäischen Speakern haben wir einige Referenten aus Nordamerika vor Ort. Auch sie werden uns sicherlich spannende Einblicke aus ihrem Markt geben.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen?

Wir führen mit der EintrachtTech, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Fußball AG, und unseren gemeinsamen Partnern bereits seit mehr als drei Jahren Veranstaltungen zu digitalen Themen und Geschäftsmodellen durch. Letztes Jahr haben wir im Rahmen dessen die Veranstaltungsreihe „Tokenisierung in der Realwirtschaft“ ins Leben gerufen. Wir haben schnell gemerkt, dass die Themen Blockchain und Tokenisierung auf sehr viel Interesse bei unseren Partnern stoßen – unabhängig von den jeweiligen Industrien und Zielgruppen. Daher haben wir uns entschieden, eine größere Blockchain-Fachkonferenz zu veranstalten, die wir in dieser konkreten Ausrichtung bislang noch nirgendwo gesehen haben.

Welche Ziele verfolgen Sie mit „Block im Park“?

Gemeinsam mit unseren Konferenz-Partnern wollen wir eine Plattform bieten, auf der Experten zusammenkommen, Networking stattfindet und Informationen zwischen verschiedenen Industrien und Anwendungsfeldern ausgetauscht werden. Als der Bundesligaverein am Finanzplatz Frankfurt mit dem Digitalfokus der EintrachtTech haben wir einen gewissen Anspruch, uns mit neuen Wachstums- und Zukunftstechnologien zu beschäftigen – insbesondere im Finanzdienstleistungsbereich. Dabei ist es immer das Ziel, den Menschen Nutzen, Wertschöpfung und Anwendungsmöglichkeit aus einer Expertenperspektive verständlich zu machen.

Wir richten mit der Konferenz zunächst einmal gar nicht so sehr den Blick auf den Fußball und Eintracht Frankfurt. Es geht uns um Blockchain-basierte Anwendungen in den unterschiedlichsten Branchen – sei es Kunst, Musik, Immobilien oder natürlich Finanzdienstleistungen.

Mit wie vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern rechnen Sie?

Wir rechnen mit ca. 300 Personen. Das wäre für die Erstauflage der Konferenz sicherlich schon ein großer Erfolg, da wir einen sehr fachspezifischen Fokus haben.

Auf welche Sprecherinnen und Sprecher freuen Sie sich persönlich besonders?

Wir haben sehr viel Wert auf die Auswahl der Speaker gelegt. Deshalb sind wir überzeugt, dass alle einen werthaltigen Beitrag leisten werden.

Das vollständige Programm zur Blockchain-Konferenz Block im Park steht online zur Verfügung.

Welche Möglichkeiten sehen Sie für die Blockchain-Technologie kurz-, mittel- und langfristig für die Fußball-Bundesliga im Allgemeinen und Eintracht Frankfurt im Speziellen?

Wir richten mit der Konferenz zunächst einmal gar nicht so sehr den Blick auf den Fußball und Eintracht Frankfurt, auch wenn wir ein sehr interessantes Diskussions-Panel mit Anwendungsfeldern im Sport auf der Konferenz haben. Es geht uns um Blockchain-basierte Anwendungen in den unterschiedlichsten Branchen – sei es Kunst, Musik, Immobilien oder natürlich Finanzdienstleistungen. Gerade im B2C-Bereich geht es ja immer um die Frage, welchen Mehrwert man dem Endkunden oder in unserem Fall dem Fan bietet. Mit dieser Frage beschäftigen wir uns auch bei Eintracht Frankfurt.

Hat die Eintracht selbst schon praktische Erfahrung mit der Blockchain-Technologie gesammelt?

Wir haben im Rahmen einer Partnerschaft mit einem Fußball-Fantasy-Manager als erster Verein ein virtuelles Trikot auf den Markt gebracht, das als NFT auf einer Blockchain erstellt wird. Für die technische Umsetzung sorgte unser Partner TFC. Kommunikativ steht die Blockchain-Technologie für uns nicht im Vordergrund, sondern das virtuelle Trikot, also das Produkt. Die Technologie ist natürlich der „Enabler“, der das ganze möglich macht. Aber für uns als Fußballverein geht es vordergründig um das Angebot an die Fans. Wir sind davon überzeugt, dass wir auf Basis der Blockchain-Technologie interessante Projekte umsetzen können.

Welcher Sportverein ist international im Bereich der Tokenisierung bzw. dem Experimentieren damit am weitesten? Gibt es ein Vorbild für Sie?

Global gibt es zahlreiche Tokenisierungsprojekte von professionellen Sportclubs, die mal mehr mal weniger erfolgreich waren. Wir verfolgen alle Ansätze mit Interesse, ziehen unsere Lehren daraus und lassen sie in unsere eigene Strategie einfließen.

Welche Chancen und Risiken sehen Sie aufgrund der Blockchain-Technologie für die deutsche Finanzwirtschaft, die für die Stadt Frankfurt und auch die Region Rhein-Main ja besonders wichtig ist?

Das ist eines der Themen, zu denen wir gerne auf der anstehenden Blockchain-Konferenz mehr erfahren wollen. Hierfür haben wir diverse Fachexperten als Referenten eingeladen und sind selbst schon sehr gespannt, welche Chancen und welche Risiken aufgezeigt werden.

Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person

Timm Jäger verantwortet als Geschäftsführer der EintrachtTech alle digitalen Strategieprojekte von Eintracht Frankfurt sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Zuvor war er als Berater für die Boston Consulting Group mit einem Schwerpunkt auf Strategie- & Marketing/Sales-Projekten tätig, bevor er in die Organisationsentwicklung der BMW Group in München wechselte. Seit 2017 beschäftigt sich der gebürtige Frankfurter mit der Digitalisierung des hessischen Traditionsvereins.

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