Quelle: https://www.dkbcodefactory.com/
loadfont

„Ziel ist es, ein State-of-the-Art-Brokerage bereitzustellen.“

ca. 9 Minuten

Die Deutsche Kreditbank (DKB) ist eine der erfolgreichsten Direktbanken in Deutschland. Mehr als 5 Millionen Kundinnen und Kunden machen die Berliner zur zweitgrößten Online-Bank des Landes, etwa 700.000 davon führen auch ein Wertpapierdepot – Tendenz steigend. Als dwpbank erbringen wir seit 2010 die Wertpapierservices im Hintergrund, damit die DKB ihren Wachstumskurs konsequent fortsetzen kann.

Unterstützen soll diesen Wachstumskurs die DKB Code Factory. Die Tochtergesellschaft ist der „Corporate Innovation Hub“ der DKB, spezialisiert auf die digitale Weiterentwicklung des eigenen Produktportfolios. Tobias Grüning ist dort Product Owner des DKB Brokers. Im Interview erklärt er, wie er mit seinen Kolleginnen und Kollegen das Online-Depot für Web und App weiterentwickelt, begeisternde neue Funktionen schafft und wie die dwpbank den Broker mit ihren Prozessen unterstützt.

Herr Grüning, wann ist die DKB Code Factory entstanden?

Die DKB Code Factory wurde 2018 als hundertprozentige Tochter der Deutsche Kreditbank AG – kurz DKB – gegründet. Sie ist durch die Idee entstanden, das Know-how in der digitalen Produktentwicklung inhouse zu bündeln, um künftig schnell auf Trends im Markt und neue Entwicklungen reagieren zu können. Unsere Teams entwickeln dafür die Kernprodukte für unsere Kundinnen und Kunden auf einer vollständig neuen technischen Basis.

Wie viele Personen arbeiten aktuell in der Code Factory?

Derzeit arbeiten rund 120 Personen in der DKB Code Factory, die in neun Chapter organisiert und auf mehrere Squads verteilt sind. Chapter und Squads sind unterschiedliche Personengruppen in einer agilen Projektorganisation, die alle an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Dafür steht ihnen ein Product House in Berlin-Mitte sowie eine breite Palette an Tools zur digitalen und hybriden Zusammenarbeit zur Verfügung. Unser Team wächst in vielen Bereichen weiter, während wir gleichzeitig unsere Methoden in der Zusammenarbeit innerhalb der Teams und zwischen den Teams gemeinsam ausbauen.

 

Das Unternehmen

Auf welche Leistung aus der Code Factory sind Sie besonders stolz?

Aktuelle Highlights sind beispielsweise der Launch unserer neuen DKB-App und des neuen DKB-Bankings. Beide haben wir in Form eines Minimal Viable Products (MVP), also einem Produkt in einer frühen Entwicklungsstufe, unseren über 5 Millionen DKB-Kundinnen und Kunden zugänglich gemacht. Wir entwickeln beide Produkte kontinuierlich weiter und stellen in Zeitabschnitten von zwei bis vier Wochen neue Features bereit, die den Leistungsumfang der neuen Produkte stetig erweitern. Unsere Teams arbeiten dafür kontinuierlich mit unserem eigenen UX-Research-Team zusammen, um unsere Kundinnen und Kunden aktiv in die Entwicklung der neuen Produkte einzubeziehen.

Haben Sie in der Code Factory Berührungspunkte mit der dwpbank?

Es gibt ein Team innerhalb unserer Projekte, das die technische Schnittstelle zur dwpbank anbindet. Das Team entwickelt eigene Backend Services und Frontends, die nahtlos in die neue Banking App und das neue Web Banking integriert werden. Ziel des Teams ist es, unter Einbeziehung unserer Kundinnen und Kunden gemeinsam mit der dwpbank ein State-of-the-Art-Brokerage auf Basis der dwpbank-Systeme bereitzustellen.

Die neue DKB App verfügt noch nicht über Brokerage-Funktionen. Wann wird das in etwa der Fall sein?

Die Depotansicht ist seit Mitte Mai 2022 Bestandteil der neuen DKB-App. Aktuell arbeiten wir zudem an weiteren Features für die DKB-App, beispielsweise an den Detailansichten für einzelne Instrumente wie etwa der Ansicht eines einzelnen ETFs mit den dazugehörigen Positionen und am Orderprozess, den wir sukzessiv nach Entwicklung und Testung freischalten werden.

Ziel ist es, gemeinsam mit der dwpbank ein State-of-the-Art-Brokerage auf Basis der dwpbank-Systeme bereitzustellen.

 
 Warum wurde das Brokerage zum Start der neuen App noch nicht integriert?

Wir haben uns dazu entschieden, zunächst einen MVP mit wenigen, am häufigsten genutzten Funktionen auszurollen und ihn sukzessiv zu erweitern. Das ermöglicht es uns, das Produkt in direktem Austausch mit unseren Kundinnen und Kunden zu entwickeln und sie schon frühzeitig in den Konzeptions- und Entwicklungsprozess komplexer Funktionen einzubeziehen. Wir lernen fortlaufend aus dem Feedback unserer Nutzerinnen und Nutzer und stellen damit sicher, dass wir ein Produkt entwickeln, das bestmöglich zu den Bedürfnissen der Menschen passt. So können wir bei der Entwicklung komplexer neuer Themen wie dem Wertpapierhandel direkt auf die ersten Erfahrungen mit der neuen App zurückgreifen und damit begeisternde neue Depotfunktionen entwickeln. Während der Entwicklung der neuen App steht unseren Kundinnen und Kunden auch weiterhin die bisherige DKB App zur Verfügung, sodass sie weiterhin Zugriff auf alle gewohnten Funktionen haben. Nach Integration des Brokers in die neue App werden wir die bisherige App vollständig ablösen.


Worauf kommt es bei gutem App-Brokerage grundsätzlich an?

Unsere Kundinnen und Kunden erwarten eine sehr hohe Verfügbarkeit und einen schnellen, flexiblen Zugriff auf ihr Portfolio. Sie möchten jederzeit und von überall aus in der Lage sein, eine aktuelle Übersicht über ihre Investitionen zu bekommen und bei Bedarf auch direkt Handeln oder Sparpläne verwalten zu können. Gleichzeitig kommt es beim App-Brokerage auf eine hohe Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit an, die wir unseren Kundinnen und Kunden durch die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer soliden Produkte als Marke DKB bieten.

Schauen Sie sich von anderen Brokerage-Apps etwas ab oder setzen Sie vor allem auf das Feedback bzw. auf die Wünsche Ihrer eigenen Kunden?

Auch wir werden das Rad nicht neu erfinden. Allerdings entwickeln wir die Depotfunktionen sowie die gesamte neue DKB-App ganz konkret für die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden. Diese Bedürfnisse unterscheiden sich nämlich erheblich von Zielgruppen, die andere Banken oder Brokerage-Apps primär ansprechen. Unsere Kundinnen und Kunden brauchen ein stabiles Produkt, dass sie bei ihren Anlageentscheidungen sachlich unterstützt und ihnen jederzeit Zugriff auf einfache Prozesse zur Umsetzung ihrer persönlichen Entscheidungen bietet. Dafür werden wir unseren Kundinnen und Kunden ein gewohnt solides, zuverlässiges Produkt anbieten, das ihnen fundierte Entscheidungen auf Basis transparenter Informationen ermöglicht, statt sie spielerisch zu unbedachten Entscheidungen zu verführen. Davon versprechen wir uns eine langfristige Partnerschaft, die unseren Kundinnen und Kunden ein ausgeglichenes Maß an Innovation und Beständigkeit bietet.

Wir werden unseren Kundinnen und Kunden ein gewohnt solides, zuverlässiges Produkt anbieten, das ihnen fundierte Entscheidungen auf Basis transparenter Informationen ermöglicht, statt sie spielerisch zu unbedachten Entscheidungen zu verführen.

Wird parallel zum App-Brokerage auch das Brokerage über die Website angepasst oder sind das getrennte Welten?

Wir entwickeln „Mobile First“, werden die neuen Funktionen in Zukunft aber auch über eine neue Website bereitstellen. Das sehen wir schon in der Backend-Entwicklung vor. Die Webfrontends werden wir nachziehen und nachfolgend im Rahmen der zusätzlichen Möglichkeiten durch den verfügbaren Sichtbereich auf Desktop-Monitoren um zusätzliche Funktionen ergänzen.

Welchen Stellenwert haben die Wertpapierprozesse hinter dem Frontend für eine positive Kundenerfahrung?

Die Prozesse hinter dem Frontend haben eine ebenso große Bedeutung wie das Frontend selbst. Eine zeitgemäße Darstellung veralteter Daten wäre beispielsweise nicht hilfreich. Außerdem erwarten unsere Kundinnen und Kunden eine nahtlose Verarbeitung in angemessener Zeit. Wertpapierumsätze müssen in Echtzeit sichtbar sein und zeitnah abgerechnet werden, aber auch Veränderungen in den steuerlichen Bestandsdaten in Echtzeit nachgezogen werden. Nur so ist eine Bestandsanzeige in Echtzeit möglich, die unsere Kundinnen und Kunden neben der optisch ansprechenden, übersichtlichen Aufbereitung der Informationen erwarten.

Was sollte aus Ihrer Sicht grundsätzlich in den aktuellen Wertpapierprozessen verbessert werden?

Wir sind mit der dwpbank schon im Austausch darüber, dass insbesondere die technische Schnittstelle zur DKB weiter verbessert werden sollte. Die derzeit eingesetzte Technologie stellt uns aktuell noch vor Hürden bei der Anbindung neuer Anwendungen an die dwpbank-Systeme. Auch bei der bereits genannten Bestandsbewertung in Echtzeit sehen wir Potenzial. Im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit zwischen DKB und dwpbank tauschen wir uns regelmäßig zu solchen Themen aus und besprechen sie zielführend in Formaten wie beispielsweise den dwpbank-Kundengremien.

Welche Rolle wird aus Ihrer Sicht in Zukunft die Blockchain für das Wertpapier-Brokerage spielen?

Die Blockchain Technologie bietet einen Pool an Möglichkeiten, um beispielsweise das Settlement zu beschleunigen und zu optimieren. Es existieren schon verschiedene Ansätze, aber die Blockchain-Technologie ist vermutlich nicht die einzige Möglichkeit zur Entwicklung zukunftsweisender, skalierbarer und sicherer Abwicklungssysteme. Sie hat außerdem gewisse Nachteile, je nach konkreter Lösung, beispielsweise beim Energieverbrauch oder im Falle geopolitischer Auswirkungen auf das Wertpapiergeschäft und dessen Prozesse, wie sie derzeit wieder verstärkt auftreten. Ein weiteres Thema ist die Integration weiterer Assetklassen, die auf der Blockchain Technologie basieren, wie beispielsweise Kryptowährungen und NFTs.

Die Blockchain-Technologie ist vermutlich nicht die einzige Möglichkeit zur Entwicklung zukunftsweisender, skalierbarer und sicherer Abwicklungssysteme. Sie hat außerdem gewisse Nachteile, je nach konkreter Lösung, beispielsweise beim Energieverbrauch oder im Falle geopolitischer Auswirkungen auf das Wertpapiergeschäft.

Worauf sollte man als Anbieter von Wertpapierhandel für private Anleger beim Aufbau eines digitalen Angebots achten?

Ein solides, kostengünstiges und skalierbares Angebot zu schaffen ist enorm wichtig. Neue Angebote müssen sich durch Mehrwerte und eine anzunehmende Beständigkeit gegen die besten Lösungen behaupten. Potenzielle Kundinnen und Kunden werden auch hier besonderen Wert auf als vertrauenswürdig wahrgenommene, integrierte Angebote legen, die sich dadurch vom volatilen Angebot der breiten Zahl an Fintechs unterscheiden.

Gibt es etwas, das Sie sich von der dwpbank wünschen?

Wenn es um strategische Entscheidungen bei bedeutenden Projekten geht, würden wir uns einen noch frühzeitigeren und intensiveren Dialog wünschen. Wir sehen noch Möglichkeiten für weitere Erleichterungen in der Entwicklung und für neue Geschäftsmodelle auf beiden Seiten. Das Wertpapiergeschäft bietet weiterhin viel Potenzial.

Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person

Tobias Grüning ist seit Juni 2021 Product Owner des DKB Brokers in der DKB Code Factory. Zuvor arbeitete er für die Commerzbank in verschiedenen Positionen, bevor er in die konzerneigene Digitalagentur Neugelb Solutions wechselte. Zuletzt arbeitete Tobias Grüning beim Digital-Dienstleister Dayone, begonnen hatte er seine Karriere bei der Sparkasse Heidelberg.

Weitere Artikel

Executive Summit 2022

Von der Zinswende zur Digitalisierung: Quo vadis, Wertpapiergeschäft?

Wie lassen sich Anleger auch künftig vom Wertpapiergeschäft überzeugen? Welche Rolle spielen Sparpläne, und wie wichtig ist Beratung? Darüber diskutierten Expertinnen und Experten beim Executive Summit 2022.

Neue EU-Vorgaben

Unterstützung für Nachhaltigkeitsprüfung

Ab August müssen Anlegerinnen und Anleger nach ihren Nachhaltigkeits­präferenzen befragt werden. Wir bieten eine Funktion, die den Abgleich von gewähltem Produkt und jeweiliger Präferenz übernimmt.

IPO der Porsche AG

Von Null auf Börsengang in 10 Tagen

Die Porsche AG ist der deutsche Börsengang des Jahres. Auch die dwpbank war beteiligt – und ermöglichte vielen Anlegerinnen und Anlegern ihrer Kundeninstitute die Zeichnung von Porsche-Aktien.

Mehrere Porsche Fahrzeuge stehen zum Börsengang von Porsche am 29.09.2022 vor dem Gebäude der deutschen Börse in Frankfurt
Zurück
Weiter