loadfont

30. September 2022

Prof. Dr. Joachim Wuermeling auf dwpbank-Konferenz: „Bin davon überzeugt, dass digitale Innovation Banken und das Finanzsystem sicherer macht.“

  • Mehr als 15 Finanz- und Digital-Spezialisten auf dem Executive Summit in Frankfurt
  • Doris Dietze, Bundesministerium der Finanzen, spricht über digitale Assets
  • Volkswirte von Allianz Gloabl Investors, Degussa, Fidelity International und Union Investment diskutieren Politik der Ampel kontrovers
  • Heiko Beck: „Dass das Thema Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Deutschland bei Regulierern wieder stärker auftaucht, ist sehr positiv.“

Prof. Dr. Joachim Wuermeling (Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank) auf dem Executive Summit 2022 der dwpbank, am 28.09.2022 in Frankfurt am Main

Prof. Dr. Joachim Wuermeling, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, sieht in neuen Technologien große Chancen für deutsche Banken und Sparkassen. Das sagte er am Mittwoch, 28. September, auf einer Fachkonferenz der Deutschen WertpapierService Bank AG (dwpbank) in Frankfurt am Main. Auf dem Executive Summit unter dem Titel „Wertpapierservice im Fokus“ hielt Wuermeling eine Keynote vor rund 80 Gästen und betonte die Wichtigkeit technologischer Entwicklung für den Finanzstandort Deutschland. „Ich bin davon überzeugt, dass digitale Innovation Banken sicherer macht und das Finanzsystem auch.“

„Banken müssen sich die Zukunft in der digitalen Welt verdienen“

Decentralized Finance (DeFi) – also Anwendungen im Finanzbereich, die nicht der Steuerung eines zentralen Akteurs unterliegen – sprach Wuermeling großes Potenzial zu. „DeFi kann das Finanzsystem nicht nur effizienter machen, sondern grundlegend verändern.“ Mit Blick auf die mehr als 1.000 Fintechs im deutschen Markt sagte er: „Das Finanzsystem wird modularer und ich bin überzeugt, dass etablierte Banken auch in einem solchen System eine Zukunft haben. Banken müssen sich die Zukunft in der digitalen Welt verdienen. Sie müssen Strategien anpassen, müssen technische Expertise aufbauen, IT-Systeme modernisieren und bereit sein, Neues auszuprobieren – das gilt im Übrigen auch für Zentralbanken.“

Neben Prof. Dr. Joachim Wuermeling traten auf dem Executive Summit der dwpbank mehr als 15 weitere Rednerinnen und Redner auf, um über Innovationen, Aktienmärkte und digitale Assets zu sprechen. Doris Dietze, Leiterin des Referats für Digitale Finanztechnologien im Bundesministerium der Finanzen, sagte in Bezug auf die Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA): „Für Krypto-Assets ermöglichen wir mit der EU-Verordnung rechtssicher neue Geschäftsmodelle.“ Dr. Heiko Beck, Vorstandsvorsitzender der dwpbank, freute die Vorreiterrolle, die europäische Regulierer im Feld digitaler Assets einnehmen: „Dass das Thema Wettbewerbs-fähigkeit des Finanzplatzes Deutschland bei Regulierern wieder stärker auftaucht, ist sehr positiv.“

„Das Geschäftsmodell Deutschland wird im Erdboden versinken“

Kontrovers wurde die aktuelle Wirtschafts- und Energiepolitik der Ampel-Koalition besprochen. „Der Preis für Energie hat zwei Komponenten: Das, was der Energieträger kostet und das, was die Folgen seiner Nutzung kosten“, sagte Jörg de Vries-Hippen, CIO Equity Europe für Allianz Global Investors, mit Blick auf die steigenden Energiepreise in Deutschland. „Wenn in den USA die Kilowattstunde Strom 7 Cent kostet und hier 35 Cent, dann ist doch die Frage, wer den richtigen Preis zahlt.“ Strom aus erneuerbaren Energien verursache hingegen nur Kosten für die Verteilung. „In acht Jahren werden wir in den Sommermonaten erneuerbare Energie haben, die nichts kostet.“ Dem widersprach Dr. Thorsten Polleit, Chefvolkswirt der Degussa: „Das Geschäftsmodell Deutschland wird im Erdboden versinken, wenn die Politik so weitermacht“, betonte er. „Mit erneuerbaren Energien bekommen wir keine Grundlast abgedeckt, auf absehbare Zeit kommen wir da auch nicht hin. Wenn wir nur noch im Sommer produzieren würden, wäre Deutschland global schlichtweg nicht mehr wettbewerbsfähig.“ Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege des Assetmanagers Fidelity International, ergänzte: „Wir müssen alle Möglichkeiten der Energieerzeugung für eine Übergangszeit nutzen.“

Mit Blick auf den Kapitalmarkt waren sich die Diskutanten weitgehend einig: Der Markt werde noch einmal weiter nach unten gehen, womöglich zehn Prozent oder mehr. Aus Sicht von Carsten Roemheld ergeben sich dadurch bald wieder Einstiegschancen. „Die Welt ist nicht zu Ende, aber wir werden wahrscheinlich eine klassische Rezession sehen“, resümierte Dr. Frank Engels, Vorstandsmitglied von Union Investment. Das würde dazu führen, dass auf Chancen genauer geschaut werde und Value-Sektoren wieder verstärkt in den Blick kommen.

Über die dwpbank

Die Deutsche WertpapierService Bank AG (dwpbank) ist Deutschlands führender Dienstleister für Wertpapierservices. Vom Order Routing bis zur Verwahrung erbringt sie Services entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Drei Viertel aller Banken in Deutschland haben ihre Wertpapierprozesse an sie ausgelagert. Mit rund 1.200 angeschlossenen Volks- und Raiffeisenbanken, Privat- und Geschäftsbanken sowie Sparkassen vertrauen Institute aus allen drei Banksektoren ihrer Kompetenz in Kernbereichen wie IT und Regulatorik. Als systemrelevantes Unternehmen ist die dwpbank vollreguliert.

Mediathek

Pressespiegel

Lesen Sie, was regionale und nationale Medien über uns berichten.

dwpbank Logo

Laden Sie sich unser Logo in verschiedenen Formaten herunter.

Pressefotos

Wählen Sie aus einer Zusammenstellung von Motiven für Ihre redaktionelle Arbeit.

Noch Fragen?

Martin Michel

Pressesprecher